Der Tod von König Ludwig II. von Bayern – Die rätselhafte Königskatastrophe

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Wiederbelebung unmöglich

Rasch öffnet man die Kleider der beiden, unverzüglich setzt man mit den Wiederbelegungsversuchen ein. Zwei Gendarmen bei Gudden. Dr. Müller und ein Gendarm beim König. Müller macht Beatmungsversuche, in den Pausen „frottiert“ der Gendarm die Brust von Ludwig II. mit einem Tuch. Damals war eine Methode für die Herzmassage die indirekte Herzmassage, bei der man die Brust vom Zwerchfell an aufwärts nach links außen sehr stark massierte, um das Herz aufwärts zu schieben und durch ruckartiges Loslassen zum Schlagen anzuregen. Fast eine geschlagene Stunden müht man sich. Doch die Herzen schlugen nicht wieder. Um Mitternacht schlägt in Starnberg die Uhr und Dr. Müller konstatiert offiziell den Tod des Königs und seines Arztes.

Die Leichen lagen da, die Brust offen, und Dr. Müller an S. M. [Seiner Majestät] beschäftigt, Wiederbelegungsversuche zu machen. Ein Gendarm frottiert mit wollenem Flecken am Herzen, und zwei andere Gendarmen versuchen Wiederbelebungsversuche an Dr. Gudden.

Dr. Müller ließ dann durch einen andern Gendarmen die Versuche an S. M. machen. Nach wollenen Decken wurde geschickt, vorerst hatte der treue Diener Sr. M. Zanders den untern Teil seines Rockes abschneiden lassen, um im ersten Moment wenigstens die Tuchreibungen machen zu können.

Das Ganze war ein jammervoller Anblick. Die Dunkelheit, der Regen, die Unruhe des Sees, die traurigen Gesichter der Menschen, die mit den Lampen dastanden, dies alles machte den Anblick der Leichen zu einem ganz schrecklichen Bild.

Aus dem Bericht von Baron Washington