Die Lieblingsdinge von König Ludwig II. – Eine Zusammenfassung

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Tageszeit: Die Nacht

Was die Lebensart von Ludwig II. angeht, war der Sonnenkönig Ludwig XIV. sein großes Vorbild. Doch anders als sein Vorbild war Ludwig II. ein echter Mondkönig! Gerade in seinen späten Jahren mied er den Tag. Den normalen Tagesrhythmus stellte er für sich – und seine Bediensteten – vollkommen auf den Kopf. Erst am Abend stand er auf und morgens ging er zu Bett. Während alle anderen schliefen, begab sich König Ludwig II. auf seine Ausfahrten – im Wagen oder im Schlitten. Doch auch am Tage, war ihm der Mond heilig. In seinem Zimmer in Schloss Hohenschwangau ließ er sich von Kulissenbauern sogar einen künstlichen Mond herstellen, der drinnen schien, während draußen die Sonne auf den Alpsee brannte.

Heiliger: Ludwig IX. von Frankreich

Ludwig IX. von Frankreich, Gemälde von El Greco
Ludwig IX. von Frankreich, Gemälde von El Greco

Der französche König Ludwig IX. (1214–1270) ist auch als „Ludwig der Heilige“ bekannt. Er führte ein Leben in strenger Askese, ließ die Bibel ins Französische übersetzen, war großzügig zu Bettelorden und sah im Krieg nur das allerletzte Mittel zur Konfliktlösung an. Nachdem man ausreichend Zeugenberichte zu seinen Wundertaten gesammelt hatte, wurde er 1297 heilig gesprochen. Auch der Umstand, dass der Todestag des Heiligen am 25. August auf den selben Tag wie seine eigene Geburt 1845 fällt, hatte für Ludwig II. von Bayern große Bedeutung. In seinen Bauten nimmt Ludwig II. immer wieder auf seinen Lieblingsheiligen Bezug. Das kleine Oratorium in Neuschwanstein steht auch ganz seinem Zeichen.

Land: Bayern

Auch wenn Ludwig II. einige Male mit dem Gedanken spielte auszuwandern, war Bayern zweifelsfrei sein Lieblingsland. Er liebte seine Natur, seine Berge und Seen. Es war seine Heimat. In die Ferne zog es ihn kaum. Und auch für die Bayern hatte er ein Herz. Nur das Leben am Hofe und das Gerangel um Macht und Einfluss war ihm zuwider. Dass das Land in den deutschen Einigungskriegen Souveränität an den deutschen Kaiser abtreten musste, kränkte ihn zutiefst. Dass Bayern von der kalten preußischen Beamtenmaschine fremdbestimmt wurde, zerriss ihm quasi das Herz. Auch wenn man es ihm zu seiner Zeit kaum dankte: Er gab dem Land mit seinen Bauwerken unermessliche Schätze, von denen es noch heute profitiert. Und dieses bayerische Selbstverständnis, das auch heute noch viele Bayern von ihrem Land haben wie kaum woanders in Deutschland, wer war glühender als Bayer als König Ludwig II.

Farben: Blau und Silber

Blau und Silber – das sind die Farben Bayerns. Und es sind auch die Lieblingsfarben von König Ludwig II. Bei der Ausstattung in den Räumen seiner Schlossbauten gehören sie zu den dominanten Farben. Selbst die Grotte im Linderhof ließ er durch Lichtmaschinen in ein Blau tauchen.

Sport: Schwimmen und Reiten

König Ludwig II. von Bayern als Reiter
König Ludwig II. von Bayern als Reiter

Ludwig II. war ein guter Schwimmer und schwimmen, das tat er gern. (Auch deshalb zweifeln viele am Tod durch „Ertrinken“ – was ja die offizielle Begründung für seinen Tod war.) Doch mehr noch als das Schwimmen mochte er das Reiten. Nach seiner Thronsbesteigung ließ er sich gleich ein Liste aller Pferde im königlichen Reitstall anfertigen. Alle wollte er reiten. Eines nach dem anderen. Seine Pferde ließ er kunstvoll auf Leinwand bannen. Und die Leinwand der bayerischen Natur genoss er ohne Zweifel. Er ritt rasant. Links und rechts um die bayerischen Seen herum. Lang ausgedeht waren seine Ausritte. Und nicht selten ritt er den ganzen Tag. Auf dem Rücken seiner Pferde genoss er die Freiheit, die der zurückgezogene Monarch sonst kaum besaß.

Speisen, Getränke & Rauchwaren

Über das Essen äußerte sich König Ludwig II. kaum. Dies berichtet einer seiner Leibköche, Theodor Hierneis. Deshalb hatte wohl Ludwig II. keine „Leibspeise“ in diesem Sinne. Da er Zeit seines Lebens mit Zahnschmerzen zu kämpfen hatte und schon frühzeitig Zähne verlor, wurde seine Tafel auch unter diesem Aspekt zubereitet. Suppen aller Art waren deshalb immer auch eine gute Wahl. Fisch wurde ebenso serviert wie verschiedenste Fleischspeisen. Fleischklößchen aß Ludwig II. wohl recht gern. Im Frühjahr freute er sich besonders über Kiebitz- und Möveneier. Die wurden sechs Minuten lang gekocht und mit frischer Butter auf den Tisch gebracht, wobei Ludwig II. aber nur den Eidotter herauspulte und das Eiweiß liegen ließ. Zwischen den Gängen bevorzugte der König edle Weine insbesondere aus dem Rheingau. Cognac mousseux hingegen durfte nirgendwo fehlen. Die französische Spirituose gab es nur in kleinen Flaschen und verbreitete beim Trinken ein feines Bouqet. Zigaretten hingegen waren damals der neueste Schrei. Wenn König Ludwig II. las – und dies tat er bekanntlich viel – rauchte er gern Zigaretten seiner Lieblingsmarke „Laferme“.